SRH Zukunftskongress

14. - 15. November 2016
Berlin

Neue Wege für Bildung und Gesundheit

Wie sieht die Zukunft von Bildung und Gesundheit aus; welche Möglichkeiten oder Risiken birgt sie; was sind die wichtigsten Trends heute; welche Rolle spielen Mensch und Technologie; wo gibt es Überschneidungen oder Wechselwirkungen? Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens, lädt die SRH ein, diese Fragen beim zwei-tägigen SRH Zukunftskongress zu diskutieren.

In spannenden Keynotes, interaktiven Workshops, Diskussionsrunden und Fallstudienpräsentationen gewährt die Veranstaltung Einblicke in aktuelle Debatten und neue Forschungsergebnisse. Megatrends wie die Digitale Transformation, die Bevölkerungsalterung, aber auch das Forscher-Unternehmertum werden erörtert. Experten werfen Fragen zum Bildungsbedarf, zur Teilhabe und der Arbeit der Zukunft, aber auch zu Konsequenzen der Individualisierung und Demokratisierung von Bildung und Gesundheit auf. Dabei nehmen Sie nicht nur die nächsten Jahre in den Blick – sondern auch die nächsten Jahrzehnte.

Auf Einladung von SRH findet am 14. November eine Abendveranstaltung statt. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, vermerken Sie dies bitte im entsprechenden Feld der Anmeldung.

Sprecher (Auszug)

Andréa Belliger

Prof. Dr. Andréa Belliger

Prof. Dr. Andréa Belliger

Prorektorin, Pädagogische Hochschule Luzern, Co-Leiterin, Institut für Kommunikation und Führung Luzern

Andréa Belliger ist Prorektorin der Pädagogischen Hochschule Luzern, Co-Leiterin des Instituts für Kommunikation und Führung Luzern, Firmeninhaberin und in den Bereichen Digitale Transformation in unterschiedlichen Branchen beratend für schweizerische national und international tätig.Unternehmen tätig.
Ihr Beitrag zum SRH Zukunftskongress beleuchtet die „Digitale Transformation in Bildung und Gesundheit“:
Die digitale Transformation verändert unseren Umgang mit Bildung und Gesundheit grundlegend. Treiber der Veränderung ist in beiden Bereichen aber nicht so sehr eine technologische Innovation, sondern eine soziale Bewegung, hinter der eine einfache, aber bestechende Philosophie steht: jene des Teilens und Mitteilens, des Interagierens und des Partizipierens.
Diese Veränderung beschreibt das Bild des digitalen Transformationsbaumes mit seinen Wurzeln, dem Stamm und der Baumkrone voller „Früchtchen“:
Die Wurzeln der Veränderung liegen in der Konnektivität unserer Gesellschaft, d.h. der zunehmenden Organisation in Netzwerken – welche einen Paradigmenwechsel von Systemen zu Netzwerken mit tiefgreifenden Implikationen für Organisationen (u.a. neue Formen von Management, neue Geschäftsmodelle, Offenheit, keine top down Steuerung, neue Werte und Normen) darstellt.
Aus der Konnektivität heraus sind neue Werte und Normen entstanden: offene Kommunikation, Transparenz, Partizipation, Heterogenität, etc. Diese bilden das Rückgrat bzw. den Stamm des gegenwärtigen Transformationsprozesses und geben den Maßstab vor, an dem alle Produkte, Dienstleistungen und Konversationen gemessen werden.
Technologie ist wichtig – wenn auch nicht Wurzel der Veränderung –, denn sie befördert den Transformationsprozess, wie Wasser das Wachstum und die Entwicklung eines Baumes. Insbesondere die Mobiltechnologie hat eine große Dynamik in die Bereiche Bildung und Gesundheit gebracht.
Am digitalen Gesundheitsbaum wachsen als unterschiedliche Ausprägungen von Konnektivität und neuen Werten und Normen eine Reihe von „Früchtchen“: Quantified Self Bewegung, (really) Big Data & Predicitve Analytics, neue Kunden/Patienten-Kommunikation, partizipative Forschung, Open Data, partizipative Medizin und Shared decision making etc.
Anhand vieler Beispiele der Mithilfe von live Demonstration vielseitiger Früchte der digitalen Transformation werden die Vortragsinhalte greifbar gemacht und die Implikationen für die Bereiche Gesundheit und Bildung illustriert.

Nicole Brandes

Nicole Brandes

Nicole Brandes

Management-Coach und Autorin

Nicole Brandes ist Autorin, Grenzgängerin, Leadership Coach und Denkerin zur Zukunft des Business. In einer Zeit, in der sich Unternehmen, Geschäftswelt, Kommunikation und Werte fundamental verändern, beschreibt sie überzeugend den Wert neuer Führungskompetenzen und den Wert des „Wir“.
Ihr Vortag beim SRH Zukunftskongress „Führung der Zukunft: Wir-Intelligenz als Kraftstoff für Unternehmen in Gesundheit und Bildung“ baut auf Ideen zur sinn- und identitätsstiftenden Unternehmensführung in einer komplexer werdenden Geschäftswelt auf. Ihre Gedanken veröffentlichte sie erstmals in Ihrem Buch „We-Q – Wir-Intelligenz“ (Europa Verlag, 2016).
Was sollte die Führungspersönlichkeit der Zukunft können? Welche neuen Kompetenzen benötigt sie? Und welche Aufgaben und Rollen muss sie erfüllen?
Traditionelle Organisations- und Führungsmodelle waren gestern. Heute brauchen wir mehr Weisheit statt Macht. Weiche Faktoren sind die harte Währung der Zukunft. Früher ging es um Prozesse, heute geht es um Menschen und Austausch über sämtliche Grenzen, Sprachen, Kulturen und Generationen hinweg.
Das ist nicht einfach, denn es prallen Weltbilder aufeinander. Aber genau an diesen Reibungsflächen entsteht Innovation, Kreativität und die Weisheit der Vielen – die Grundvoraussetzungen um die Komplexität und rasante Dynamik der heutigen Gesellschaft und Wirtschaft zu meistern – in Gesundheit und Bildung wie in anderen Bereichen auch.
Das ist die Wir-Intelligenz. Sie ist der Kraftstoff, der Unternehmen von heute und morgen antreibt. Es gilt, herauszufinden, wie man diese Energie fördert.
Ein moderiertes spielerisches (und unterhaltsames) Szenario ist die Grundlage für ein Selbstexperiment, das die Teilnehmer zu einer interessanten Selbsterfahrung der vorgetragenen Konzepte einlädt.

Markus Brock

Markus Brock

Markus Brock

Fernsehmoderator

Markus Brock ist Fernsehmoderator bei 3sat, arte und dem SWR. Seit vielen Jahren moderiert er Talkshows, Magazine und Reportagesendungen wie den „MuseumsCheck“ auf 3sat und ist das Gesicht von SWRClassic.de. Außerdem hat der gelernte Redakteur mit Politik- und Soziologiestudium neben diversen weiteren Sendungen für ARD, ZDF und arte 10 Jahre lang bei SWF 3 zahlreiche Radiosendungen moderiert. Er moderiert häufig Diskussionsveranstaltungen, Foren, Kongresse und Events zu den unterschiedlichsten Themen, besonders gerne in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Foto: SWR/Peter A. Schmidt

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Wissenschaftshistoriker, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Universität Konstanz

Ernst Peter Fischer ist Wissenschaftshistoriker, tätig an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und versteht sich unter anderem als „Bildungs-Entertainer“.
In seinem Beitrag zum SRH Zukunftskongress ergründet er „Das Geheimnis der Gesundheit“ und wirft Fragen nach ihrer Natur und Bedeutung sowie nach der Rolle ihres wissenschaftlichen Verständnisses und auch des menschlichen Selbstverständnisses auf – und illustriert die Verknüpfung mit Bildung.
Zunächst muss klar sein: Die Erklärung der Welt führt zu ihrer Verzauberung. Die Geheimnisse der Dinge und Erscheinungen können nur tiefer werden, wenn man sie wissenschaftlich zu erfassen versucht – zum Beispiel, wenn ein Pharmaforscher und der Leiter einer Klinik aus dem Bekanntenkreis Gesundheit definieren. Der Forscher: „Gesundheit ist eine Utopie – es gibt ja auch weder einen gesunden Menschenverstand noch ein gesundes Volksempfinden“. Der Facharzt: „Gesundheit ist Freude, das heißt, es muss eher umgekehrt heißen, Freude ist Gesundheit.“
Diese Gegenüberstellung lässt sich auch anders in Worte fassen. Einerseits: Gesundheit ist kein Objekt, das eine Wissenschaft sich vornehmen kann. Vielmehr ist Krankheit das sich selbst Objektivierende, das sich dem forschenden Subjekt Entgegenstellende, der Gegenstand, das Aufdringliche. (Dies hat übrigens unter Sozialmedizinern den Gedanken aufkommen lassen, dass die Menschen heutzutage sich subjektiv kränker fühlen, obwohl sie objektiv gesünder werden.)
Und andererseits: Gesundheit stammt im Deutschen von Wörtern, die „stark“ meinten (sound), und „health“ stammt im Englischen von Wörtern, die „ganz“ meinten (whole). Für „ganz“ kann man auch „intakt“ sagen. Somit ist ein gesundes Leben eines, das im Takt verläuft, das eine innere Angemessenheit erkennen lässt und bei seinen Bewegungen einer Harmonie folgt. Gesundheit wäre demnach eine Art Tanz, der seinen Antrieb aus dem Inneren erhält und eine Lebensführung ermöglicht, durch die der oder die Gesunde, der oder die Tanzende, in Übereinstimmung mit sich selbst kommt.
Gesundheit ist keine Lösung, sondern eine Aufgabe, bei deren Erfüllung sich ein Mensch formt und bildet. Man ist stets auf der Suche nach sich selbst. Herauszufinden, was einem „gut tut“, bedeutet zu seinem Geheimnis zu finden.

Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D.

Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D.

Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D.

Präsident, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin)

Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D. ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Professor für Makroökonomie und Finanzen an der Humboldt-Universität Berlin und Vorsitzender der Expertenkommission zur »Stärkung von Investitionen in Deutschland« der Bundesregierung. Als unabhängiges Institut mit 330 Mitarbeitern zählt das DIW Berlin zu den führenden, unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituten in Europa. Außerdem ist er Mitglied des Aufsichtsratsausschusses der Deutschen Welthungerhilfe e.V. und im Kuratorium der Hertie School of Governance engagiert. Die inhaltliche Arbeit Marcel Fratzschers fokussiert sich auf Themen der Makroökonomie, monetären Ökonomie, Finanzmärkte und globalen Wirtschaft. In seinem aktuellen Buch »Verteilungskampf – warum Deutschland immer ungleicher wird« (März 2016) beleuchtet Marcel Fratzscher die Probleme für Wirtschaft und Gesellschaft aufgrund der hohen und steigenden Ungleichheit in Deutschland. Von 2001 bis 2012 war Fratzscher für die Europäische Zentralbank (EZB) tätig. Während der Asienkrise 1996 bis 1998 arbeitete er als Makroökonom beim Harvard Institute for International Development (HIID) in Jakarta, Indonesien.

Prof. Dr. med. Detlev Ganten

Prof. Dr. med. Detlev Ganten

Prof. Dr. med. Detlev Ganten

Präsident, World Health Summit

Jahrgang 1941, ist Präsident des World Health Summit, Facharzt für Pharmakologie und Molekulare Medizin und einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er war Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Mitglied im Nationalen Ethikrat und Vorstandsvorsitzender der Charité Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Für seine Forschungsarbeit wurde er vielfach international ausgezeichnet.

Markus Hengstschläger

Markus Hengstschläger

Markus Hengstschläger

Leiter, Institut für Medizinische Genetik, Medizinische Universität Wien

Markus Hengstschläger ist Professor an der Medizinischen Universität Wien. Er leitet das Institut für Medizinische Genetik und die Organisationseinheit des Zentrums für Pathobiochemie und Genetik.
In seinem Vortrag beim SRH Zukunftskongress spricht er über „Talente von Morgen: Orientierung am Durchschnitt ist eine evolutive Sackgasse.“ Es muss Aufgabe der Bildung heute und in der Zukunft sein, Stärken und Talente mehr zu fördern:
Einerseits sind Menschen nicht auf ihre Gene reduzierbar. Sie sind das Produkt der Wechselwirkung zwischen Genetik und Umwelt. Andererseits: werden zwei Menschen, die gleich viel üben, das gleiche künstlerische Niveau auf der Violine erreichen? Kann jeder Mensch singen wie Elina Garanca oder Placido Domingo, oder Fußballspielen wie Lionel Messi? Ist der Erwerb von Fähigkeiten nur eine Frage des Lernens?
Die Antwort ist natürlich: nein. Umgangssprachlich hört man dazu: „So etwas hat man eben, oder eben nicht!“ Aber was ist damit gemeint? Für jeden Erfolg gibt es so etwas wie eine besondere Leistungsvoraussetzung – ein oder mehrere Talente. Aber Talent allein ist noch keine Erfolgsgarantie.
Was ist überhaupt Talent? Talente sind besondere Leistungsvoraussetzungen (=Genetik), die durch harte Arbeit (=Umwelt) entdeckt und in eine besondere Leistung (=Erfolg) umgesetzt werden müssen.
Eltern, Lehrer, das Bildungssystem haben die Aufgabe, Talente in der Gemeinschaft zu entdecken und zu fördern. Der Fokus muss auf dem liegen, was der Einzelne gut kann, und nicht ausschließlich auf der Beseitigung von Schwächen. Wir müssen unsere Spitzen entdecken und fördern. Bildungsferne Schichten müssen zur Bildung gebracht werden – nicht um den Durchschnitt zu heben, sondern weil wir es uns nicht leisten können auf die vielen sonst unentdeckten Talente zu verzichten.
Vielseitigkeit ist das höchste Gut, wenn man auf Fragen vorbereitet sein will, die man nicht kennt, weil sie erst in der Zukunft auf uns zukommen. Individualität aufgrund genetischer Unterschiedlichkeit und die Förderung individueller Talente sind also für die Zukunft unverzichtbar. Gene sind nur Bleistift und Papier, aber die Geschichte schreiben wir selbst. Man muss die Menschen nur lassen! Und keine Geschichte ist es nicht wert geschrieben zu werden! Wir brauchen die Peaks und die Freaks!

Christof Hettich

Prof. Dr. Christof Hettich

Prof. Dr. Christof Hettich

Vorstandsvorsitzender, SRH Holding

Prof. Dr. Christof Hettich ist seit 2015 Vorstandsvorsitzender der SRH Holding. Der Rechtsanwalt und Partner bei Rittershaus Rechtsanwälte in Mannheim/Frankfurt verfügt über langjährige Erfahrung in M & A sowie in der Strukturierung und Restrukturierung von mittelständischen und börsennotierten Unternehmen. Er betreut Private Equity-Finanzierungen einschließlich der Vorbereitung von Aktienemissionen u. a. in der Biotechnologie und Medizintechnik. Er ist Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der dievini Hopp BioTech Holding GmbH & Co. KG.

Das Studium der Rechts-, Staats- und der Politikwissenschaften absolvierte Christof Hettich an den Universitäten Freiburg, Würzburg und Mannheim. Er promovierte an der Universität Würzburg. Seit 2004 ist er Honorarprofessor an der Fakultät für Wirtschaft der SRH Hochschule Heidelberg mit dem Schwerpunkt „turn around management“ – Strukturierung, Restrukturierung und Finanzierung von Unternehmen. Von 2008 bis 2013 war Christof Hettich Lehrbeauftragter an der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg im Fachbereich LLM. Corporate Restructuring.

Jeannette Huber

Jeanette Huber

Jeanette Huber

Associate Director, Zukunftsinstitut GmbH

Jeanette Huber ist Associate Director des Zukunftsinstituts. Ihr berufliche Erfahrung reicht von der IT-Branche über internationale Unternehmensberatung bis zur Leitung eines eigenen Start-Ups. Sie verbindet die Erkenntnisse der Zukunftsforschung pragmatisch mit der Unternehmenswelt und der Gesellschaft von heute.
Ihr Vortrag beim SRH Zukunftskongress „Gesellschaftliche Megatrends prägen die Zukunft der Gesundheit“ befasst sich mit dem „Downaging“, der zunehmenden Individualisierung und der Digitalisierung. „Doctorholics“, Alternativ-Patienten, Gesundheits-Minimalisten oder Health-Manager beschreiten ganz unterschiedliche Wege.
Menschen bleiben heute im Alter jünger. Sie fühlen sich mehrheitlich als individualistische Lebensgestalter. Diese Entwicklungen führen zu steigender gesundheitlicher Selbstverantwortung und zur „Individualisierung“ von Gesundheit.
Auch das Verständnis von „Gesundheit“ ändert sich. Es entsteht ein authentischer Gesundheitsbegriff, und damit wird persönliche „Gesundzufriedenheit“ wird zum Ziel. Diese „Gesundzufriedenheit“ entsteht nicht aus der Beseitigung von Krankheitsursachen, sondern durch die Verstärkung dessen, was Menschen wertschätzen und was sie glücklich oder ihnen Spaß macht. Das ermöglicht neue Ansätze für Prävention, Therapie und Compliance.
Die Digitalisierung der Medizin ist ein technischer Trend, der den Gesundheitsmarkt massiv verändert. Doch die Digitalisierung ist eine ambivalente Entwicklung. Einerseits erschließt sie neue Potentiale in Prävention, Diagnostik, Therapie und Monitoring; und sie demokratisiert das Gesundheitssystem. Andererseits birgt sie die Gefahr, den Menschen zu einer trivialen physikalisch-chemischen Ursache-Wirkungsmaschine zu degradieren und den Arzt zum Handlanger der Algorithmen. Big Data in der Medizin braucht Thick Data – das Wissen über persönliche Haltungen, Einstellungen, Werte und Wünsche. Die Medizin der Zukunft berücksichtigt die soziokulturelle Dimension des Menschen.
Die „Pit Stop Keynote“ ist ein Vortrag mit aktiven Zwischenhalten – es geht um Tempo und Teamwork, um Enthusiasmus und Ergebnisse.

Dr. Johannes Jacubeit

Dr. Johannes Jacubeit

Dr. Johannes Jacubeit

Gründer und Geschäftsführer, connected-health.eu GmbH

Johannes Jacubeit ist digitalmedizinischer Unternehmer. Neben der Tätigkeit als orthopädischer Chirurg und medizinischer Leiter der Beratungsabteilung einer Privatklinik arbeitete er als Software-Entwickler. 2016 wurde er für das Produkt LifeTime seines Start-Ups connected-health.eu mit dem deutschen Preis »Innovatoren unter 35« des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ausgezeichnet. Mit LifeTime können Dokumente und Befunde direkt und papierlos zwischen Ärzten und den Smartphones der Patienten ausgetauscht werden.

Martin Korte

Martin Korte

Martin Korte

Leiter, Zoologisches Institut, Technische Universität Braunschweig

Martin Korte leitet an der Technischen Universität Braunschweig das Zoologische Institut und forscht zu den zellulären Grundlagen von Lernen und Gedächtnis.
In seinem Beitrag zum SRH Zukunftskongress befasst sich Korte mit Prozessen des Lernens und Entscheidens im Zeitalter des Informationsüberflusses und fragt: „iBrain oder Gehirne in der Krise?“
Lernen muss jeder. Und wir lernen den ganzen Tag – oft ohne es zu merken. Jede Information, die wir speichern, wird in unserem Gehirn abgelegt. Hierbei spielen Gehirnstrukturen eine Rolle, die neben Fakten auch Gefühle und Motivation steuern. Nur erinnern wir uns nicht immer das, was wir uns merken wollten oder sollten.
Was kann die Hirnforschung dazu sagen, unter welchen Bedingungen Menschen effektiv lernen können und welche – positive und negative Rolle – digitale Medien hierbei spielen? Warum können wir uns manchmal nicht an etwas erinnern und wie können wir das verhindern? Das Gedächtnis funktioniert wesentlich besser als oft vermutet, wenn beim Lernen schon den Abruf des Wissens berücksichtigt wird. Gefühle und vor allem Motivation und Konzentration beim Lernen spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle.
In der heutigen Zeit sowie in der Zukunft ist es wichtig, eine Reihe von Fragen zu Lern- und zu Entscheidungsprozessen zu verstehen: Welchen Einfluss haben digitale Medien auf das Lernverhalten? Warum schadet Multitasking dem Stirnlappen? Welche Rolle spielen Intuitionen bei richtigen Entscheidungen? Wann ist rationales Nachdenken (langsames Denken), wann das Bauchgefühl (schnelles Denken) besser für die Entscheidungsfindung? Welche Rolle spielen Erfahrungen im Entscheidungsprozess? Wie beeinflussen Gedächtnisprozesse die Entscheidungsfindung im Gehirn? Und warum funktioniert unser Aufmerksamkeitssystem wie ein Muskel?
Die Vortragsinhalte werden durch Lern- und Gedächtnisaufgaben für die Teilnehmer veranschaulicht. Fragen und Anregungen zur Anwendung in eigenen Tätigkeitsbereichen werden für die spätere Nutzung aller Teilnehmer dokumentiert.

Raúl Krauthausen

Raúl Krauthausen

Raúl Krauthausen

Vorsitzender, SOZIALHELDEN e.V.

Als ausgebildeter Telefonseelsorger, studierter Kommunikationswirt und Design Thinker ist Raúl Krauthausen seit über 10 Jahren in der Internet- und Medienwelt unternehmerisch tätig. Bekannt geworden ist er vor allem durch die von ihm erfundene Wheelmap.org, einer weltweiten digitalen Landkarte rollstuhlgerechter Orte, die von Usern erstellt wird. Für seine diversen Initiativen zu Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion von behinderten Menschen, wie zum Beispiel SOZIALHELDEN e.V., „Pfandtastisch helfen“ und  „Leidmedien.de“ wurde er mit zahlreichen hochkarätigen Preisen ausgezeichnet.

In seinem Vortrag beim SRH Zukunftskongress setzt er am Gründungsgedanken der SRH, der beruflichen und gesellschaftlichen Teilhaben von Menschen mit Behinderung, an: sein Thema ist die „Zukunft der Teilhabe“.

Um den Umgang mit Behinderungen im täglichen (Geschäfts-)Leben, die Motivation und Herangehensweise an soziales Handeln und die Rolle von Netzwerken darin heute und in der Zukunft zu ergründen, werden viele spannende Fragen aufgeworfen.

Diese lauten: Welche gesellschaftlichen Trends von heute sind bedeutsam für die Teilhabe und Inklusion und welche Effekte haben sie? Wie kann Technologie dabei helfen? Was ist die Bedeutung von Gesundheits- und Bildungseinrichtungen im Kontext der Teilhabe und Inklusion? Welche Rolle spielt Sprache im Umgang mit Behinderung? Wie bringen sich Menschen mit Behinderung selbst in diesem Kontext ein und welche weiteren Formen des Engagements wären wünschenswert?

Krauthausen stellt die Projekte der SOZIALHELDEN vor und erklärt, inwieweit es einen Unterschied macht, behindert zu sein oder behindert zu werden. Und was der Mainstream tun kann, um das Leben von allen zu verbessern.

Foto: Esra Rotthoff

Christoph Metzelder

Christoph Metzelder

Christoph Metzelder

Gründer, Christoph Metzelder Stiftung; Geschäftsführer, Jung von Matt/sports

Christoph Metzelder gründete schon während seiner Profi-Karriere als Fußballer, die er 2013 beendete, seine Stiftung. Neben der Bekämpfung von Kinderarmut, liegt der Schwerpunkt ihrer Förderung auf Projekten in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Integration. Seit 2013 ist Metzelder außerdem als Fußballexperte für Sky tätig und entwickelt als Geschäftsführer der Agentur Jung von Matt/sports innovative Sportmarketing-Konzepte für Unternehmen, Vereine, Verbände und Athleten.

Foto: Michael Gueth Photography, Postproduktion: Jan Wischermann Retouching

Moritz Müller-Wirth

Moritz Müller-Wirth

Moritz Müller-Wirth

Stellvertretender Chefredakteur, DIE ZEIT

Moritz Müller-Wirth, Jahrgang 1963, ist stellvertretender Chefredakteur der ZEIT. Ab 2011 war er zwei Jahre lang neben Jens Jessen Leiter des Feuilletons. Nach dem Studium der Politikwissenschaften und Geschichte hatte er verschiedene Positionen bei »FOCUS«, dem »Tagesspiegel« und der »FAZ« inne. Mit dem Erfolgstrainer Bernhard Peters und dem Sportpsychologen Hans-Dieter Hermann ist er Autor des Buches »Führungs-Spiel – Menschen begeistern, Teams formen, siegen lernen«. 2014 wurde er zum Sportjournalisten des Jahres gewählt. Er ist Mitbegründer der Internet-Plattform »Netz gegen Nazis«.

Foto: DIE ZEIT / Michael Heck

Dr. Max Neufeind

Dr. Max Neufeind

Dr. Max Neufeind

Referent Grundsatzabteilung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Dr. Max Neufeind ist Referent in der Grundsatzabteilung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Im Rahmen des Dialogprozesses „Arbeiten 4.0“ beschäftigt er sich dort mit Fragen der Zukunft von Arbeit und Sozialstaat im digitalen Wandel. Zudem ist er Policy Fellow des Progressiven Zentrums und Mitglied von TT30, dem jungen Thinktank des Club of Rome.

Roger Spindler

Roger Spindler

Roger Spindler

Leiter, Höhere Berufsbildung und Weiterbildung, Schule für Gestaltung Bern und Biel

Roger Spindler ist Leiter der Höheren Fachschule HF TSM für Medienwirtschaft und Medienmanagement (visuelle Kommunikation) an der Schule für Gestaltung Bern und Biel. Er befasst sich mit Fragestellungen rund um den Megatrend Bildung und um aktuelle Veränderungen in der Medienwelt.
In seinem Vortrag beim SRH Zukunftskongress erörtert er das Thema „Lernort Zukunft – Bildung im Wandel“:
Von Zeit zu Zeit kommt es zu einem „Iconic Turn“, das bedeutet: Eine neue Idee setzt Zeichen, ein Dogma zerbricht. In den wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftsrelevanten Bereichen kommt es zu weitreichenden Veränderungen. Gesellschaft, Lern- und Arbeitswelt werden vor neue Herausforderungen gestellt.
Dass es mehr zu wissen gibt, als wir wissen, wird jedem bewusst, der das Internet und interaktive Medien nutzt. Dass wir keine Chance haben, all das, was wir wissen wollen würden, auch zu erfassen, hinterlässt beim Einzelnen, aber auch in Schulen immer mehr ein Gefühl der Ohnmacht. Nie war derart klar zu spüren, dass die Vielfalt der Welt uns überfordert. Es stellt sich die Frage: Wie werden wir künftig mit dem Wachstum der Informationen zurechtkommen?
Damit aber nicht genug: Die allwissende Lehrperson gibt es nicht mehr. In der heutigen Zeit wird Bildung vielmehr von objektiven Daten und intrinsischer Motivation getrieben. Das schafft beste Voraussetzungen für die Wissensgesellschaft der Zukunft, in der es vor allem auf kreative Problemlösungskompetenz ankommen wird. Lehrpersonen werden dennoch mehr gebraucht denn je – zum Beispiel als Talent-Coach.
Klar wird dabei: Es geht um nichts weniger als den Abschied vom theoriegetriebenen Sammlungswissen. Künftig wird es wichtig sein, ad hoc zu lernen und obsoletes Wissen auch wieder zu „entlernen“. Ein neues, praktisch orientiertes Handlungswissen verlangt nach Aufmerksamkeit: Neben den Weiterbildungswelten eines Bildungsbetriebs wird vor allem die informelle Bildung akutes, spannendes Wissen vermitteln.
Ein interaktiver Einstieg in das Vortragsthema bietet die Möglichkeit, die eigene kreative Problemlösungskompetenz zu erleben und eine Brücke zwischen dieser Erfahrung und dem Lernort Zukunft zu schlagen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Winterberg

Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg M. Winterberg

Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg M. Winterberg

Managing Director, SRH Higher Education GmbH

Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Winterberg ist seit 2008 Rektor der SRH Hochschule Heidelberg. Seit April 2016 ist er zudem Geschäftsführer der SRH Higher Education, eine Trägergesellschaft aller SRH Hochschulen. Er verantwortet in dieser Funktion die strategische Entwicklung der SRH im Hochschulbereich. Von 1998 bis 2008 war er Professor, Dekan und später Vizepräsident an der Ostfalia FH Braunschweig/Wolfenbüttel und ein Jahr zuvor Leiter des Bereichs Wirtschaft und Gesellschaft der Gesellschaft für Bankpublizität beim Bundesverband Deutscher Banken. Von 1994 bis 1997 leitete der promovierte Volkswirtschaftler die Abteilung Wirtschaft und Entwicklung im Bereich Forschung und Beratung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin. Als Visiting Professor ist er seit 2007 regelmäßig an der Universität Linköping, Schweden (Ehrendoktorwürde 2013) zu Gast.

Patricia Wratil

Patricia Wratil

Patricia Wratil

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Veranstalter

In Zusammenarbeit mit

Ansprechpartner

Sascha Radewald

Sascha Radewald

Senior Consultant

069 79 40 95 71

Sascha ist seit Juli 2016 als Senior Consultant für die inhaltliche Entwicklung verschiedener Konferenzformate zuständig. Zuvor war er 6 Jahre in der F.A.Z.-Gruppe Projektleiter für Konferenz- und Workshopformate. Dort verantwortete er das TOP-Projekt unter der Schirmherrschaft des BMWi. Sascha hat 2010 sein BWL-Studium an der Universität Mainz abgeschlossen.

Veranstaltungsort

AXICA Kongress- und Tagungszentrum
Pariser Platz 3
10117 Berlin

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