Auf Augenhöhe mit der Digitalisierung

29. Juni 2016

Die bundesweite Initiative »smarter_mittelstand« machte in Dresden Halt – und zeigte 350 interessierten Unternehmern, wie sie von den technologischen Entwicklungen profitieren können.

Dass die Digitalisierung auch den Arbeitsmarkt kräftig durcheinanderwirbelt, merkt Martina Weiner immer dann, wenn sie einen Job vermitteln soll, von dem sie zwei Wochen zuvor noch nicht einmal gehört hat. Oder wenn ein Unternehmen dringend eine Stelle besetzen möchte, für die es überhaupt nur 50 Experten gibt. Weltweit, versteht sich. Genau dann spürt die Expertin für Recruiting und Führung in der Digitalwirtschaft: Wir fangen gerade erst an, die gewaltigen Auswirkungen der Digitalisierung zu spüren. Mit der Digitalisierung drängt auch ein ganz neuer Typ Arbeitnehmer in die Unternehmen: die Generation Y. Damit bezeichnet man all jene, die zwischen 1980 und 1995 geboren wurden. Diese Digital Natives hinterfragen feste Strukturen bei ihren Arbeitgebern. Und um sie zu halten, sei Umdenken gefragt, wie Weiner auf der Konferenz in Dresden erklärte. So arbeitet die Generation Y vor allem für das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. »Geld verliert an Strahlkraft«, hat Weiner festgestellt. Vielmehr sei Selbstbestimmung das neue Statussymbol. Homeoffice sei eine Möglichkeit, den Arbeitsalltag für diese Mitarbeiter flexibler zu gestalten. Wer sich nicht wandelt, bekommt Probleme. Die Unternehmen, die es nicht schafften, sich dem digitalen Wandel und den neuen Bedürfnissen anzupassen, würden nicht überleben,, prognostizierte Andreas Kalz, Leiter des Direktvertriebes beim Softwarehersteller Optimal Systems. »Digitaler Darwinismus« nannte Kalz den Anpassungsdruck, dem sich viele Unternehmer angesichts der Digitalisierung ausgesetzt sehen. »Die Unternehmen wissen, dass die Digitalisierung ihr Geschäftsmodell verändern wird, aber viele handeln noch nicht.« Dabei müssten sich vor allem auch kleine und mittelständische Unternehmer klarmachen: »Die Digitalisierung ist kein Trend. Die geht nicht mehr weg.« In der Verantwortung sieht Kalz die Geschäftsführer und Inhaber. »Es muss von oben nach unten gedacht werden. Wir brauchen Visionäre!« Praktisch jede Ebene einer Organisation wird erfasst – zum Beispiel auch die Buchhaltung. Denn die Datenmengen explodieren. Im Jahr 2020 wird das weltweite Datenvolumen auf 44 Zettabyte angestiegen sein. Ralf Widdig, Leiter des Fachbereichs IT Risk & Performance der Wirtschaftsprü- fungs-gesellschaft BDO, musste auf einen Spickzettel sehen, um diese Zahl übersetzen zu können. 44 Zettabyte entsprechen 10 hoch 27 Byte oder auch einer Trillion Gigabyte. Im Vergleich zu 2009 ist das eine Steigerung um den Faktor 55. Um daraus gewinnbringende Informationen zu erzeugen, bedürfe es zunehmend geeigneter Softwarelö- sungen. Die Teilnehmer seines Workshops lernten: Mit Papier und Stift ist man in Zukunft schnell am Ende.

Die Nachberichterstattung zur Veranstaltung »smarter_mittelstand – Digitalisierung 4.0« in Dresden ist in der aktuellen ZEIT vom 30. Juni 2016 erschienen und hier als PDF verfügbar.

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