»Bereit zum Gespräch«

14. Juni 2017

Wie steht die Gesellschaft zur Zukunft der Landwirtschaft? Das war eine zentrale Frage auf dem 4. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung in Berlin.

Das Verhältnis der Deutschen zur Agrarwirtschaft ist von mangelndem Vertrauen, geringer Sachkenntnis und Stereotypen geprägt. Diesen Zwischenstand aus einem mehrjährigen Forschungsprojekt »SocialLab«, das die öffentliche Wahrnehmung der bäuerlichen Produktion untersucht, wurde am Vorabend des Zukunftsdialogs Agrar & Ernährung 2017 präsentiert. Die Studie macht unter anderem deutlich, dass das Prädikat »gut« stets kleineren Betrieben zugeschrieben wird, während größere Betriebe in der Regel als »schlecht« klassifiziert werden. Zudem beruhen die meisten Eindrücke der Verbraucher offenbar nicht auf eigenen Erfahrungen, sondern auf Bildern aus den Medien. Um Klischees entgegenzuwirken und die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren, trafen beim 4. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung 450 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen in der Berliner Kalkscheune zusammen. Als einer der ersten Podiumsgäste sprach Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Er kritisierte, dass Ernährung als »Ersatzreligion« missbraucht werde, und attestierte dem Verbraucher »Schizophrenie«, da dessen öffentliche Parteinahme etwa für das Tierwohl-Siegel für seine Kaufentscheidung folgenlos bliebe. Letztlich bedürfe es eines neuen Vertrags zwischen der Landwirtschaft und der Gesellschaft, die die Bringschuld habe, sich zu informieren und zu diskutieren, »statt zu verabsolutieren.«

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Die Nachberichterstattung zum 4. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung  erscheint in der ZEIT-Ausgabe vom 14. Juni 2017.

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