»Daten retten Leben«

4. Dezember 2017

Wir zählen Schritte per App, lassen unseren Schlaf durch Wearables überwachen und die Kalorien von Smart Devices addieren – mobile digitale Technik macht uns gesundheitsbewusster. Doch wie ist es um die Digitalisierung im Gesundheitswesen bestellt?

Welche Chancen, aber auch welche Risiken sind bei der Transformation von analog zu digital in den Kliniken zu beachten? Spannende gesundheitspolitische Fragen, die die vierte ZEIT KONFERENZ Gesundheit aufwarf. Rainer Esser begrüßte die 350 Zuhörer im Hamburger Hotel Atlantic. Andere Länder seien uns weit voraus, meinte der Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe, Schweden und die USA hätten die digitale Krankenakte längst eingeführt. Gastgeber Bernhard gr. Broermann bereitet die Demografie, die uns immer mehr Kranke beschere, sowie die geringe Vergütung Sorge. Für den Gründer der AsklepiosKliniken ist digitale Innovation als Gegenentwurf zur Kostendämpfungspolitik zu sehen. »Die Digitalisierung eröffnet uns eine einmalige Chance, die Verhältnisse in den Kliniken zu verbessern.« »Deutschlands bekanntester Internet-Erklärer«, so Rainer Esser über Hauptredner Sascha Lobo, sprach von »exponentiellem Fortschritt«. Das iPhone habe seit seiner Einführung vor zehn Jahren »die ganze Gesellschaft durchpflügt«. Am 1. November 2016 habe der mobile Internet-Traffic erstmals den stationären übertroffen. Ein Meilenstein, denn »Gesundheit als digital mobiler Lifestyle« sei nicht mehr wegzudenken. Lobo sieht die Patienten als die eigentlichen Treiber der Digitalisierung. Aber er warnte: »Wir reden zu wenig über Ängste.« Verbraucher wüssten nicht, was man über Daten, die heute als harmlos empfunden werden, irgendwann herausfinden werde. Schon jetzt könne Google anhand des bloßen Fotos eines gefüllten Esstellers den Kaloriengehalt der Mahlzeit aufschlüsseln. Der Journalist appellierte an das Auditorium, ethisch verantwortlich mit den gigantischen Datenströmen umzugehen.

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Die Nachberichterstattung zur 4. ZEIT KONFERENZ Gesundheit erschien in der ZEIT-Sonderausgabe vom 4. Dezember 2017.

 

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