Gesundheitssystem am Limit

27. Juni 2018

Er könne nur noch in Sneakern gehen, berichtete Boris Becker, Stargast der fünften ZEIT KONFERENZ Gesundheit im Hotel Atlantic in Hamburg. Schuld sei sein kaputtes Sprunggelenk. Ein Tribut an seine jahrelange Karriere als Spitzensportler.

»Leistungssport ist beim besten Willen nicht gesund«, konstatierte der 50-Jährige. Die Tennislegende hat einen hohen Preis für ein Leben im Spitzensport bezahlt: Zwei künstliche Hüftgelenke, ein versteiftes Sprunggelenk, doch dank »hervorragender Mediziner« könne er heute – anders als vor fünf Jahren – immerhin wieder schmerzfrei gehen. Die »hervorragende Medizin«, vielmehr ihre Finanzierung, stand in Hamburg auf dem Prüfstand. Gastgeber Rainer Esser stellte fest: »Früher haben wir uns mit dem Thema Krankheit beschäftigt, wenn wir krank waren, heute, wenn wir gesund sind.« »Keine Frage«, so der Geschäftsführer der ZEIT-Verlagsgruppe, »Gesundheit ist ein zentrales gesellschaftliches Thema.« Zwei Entwicklungen hätten das System aber an den Rand des Kollapses gebracht, bilanzierte Bernard gr. Broermann: der gewaltige medizinische Fortschritt und die alternde Bevölkerung, die Gesundheitseinrichtungen immer mehr in Anspruch nehmen werde. »Wie soll das funktionieren – bei gleicher Vergütung?«, fragte der Gründer der Asklepios Kliniken. Ein Problem seien die hohen Fallzahlen. Broermann schlug als Lösung das Modell der Capitation vor: »Wir leben in Deutschland nicht so
gesund, wie manche denken.«

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Die Nachberichterstattung zur 5. ZEIT KONFERENZ Gesundheit erscheint in der ZEIT-Ausgabe vom 28. Juni 2018.

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