Giulia Enders auf der ZEIT KONFERENZ Gesundheit: Sagrotan hat in einem normalen Haushalt nichts verloren

19. November 2015

Giulia Enders, die Autorin von „Darm mit Charme“, warnte auf der ZEIT KONFERENZ Gesundheit am Dienstag in Hamburg vor einem rudimentären Hygieneverständnis in der Bevölkerung: „In einem ganz normalen Haushalt hat Sagrotan nichts verloren – außer jemand ist sichtbar krank“, sagte sie im Gespräch mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. „Wahre Sauberkeit ist das Gleichgewicht zwischen guten und schlechten Bakterien.“ Wenn es genug gute Bakterien gebe, seien schlechte wie Salmonellen eine Übung für das Immunsystem.

Enders kritisierte außerdem die Vergabe von immer schärferen Antibiotika, sogenannten Reserveantibiotika, in der Tiermast. Die Übertragung multiresistenter Keime auf den Menschen hänge mit der starken Verbindung zwischen deren Lebenswelt und der Landwirtschaft zusammen, beispielsweise durch das Düngen: „Es ist immer universell, wenn wir von Keimen reden. Es gibt keinen Isolationsgedanken“, sagte sie.

Ab dem 10. Dezember 2015 schreibt Giulia Enders als Kolumnistin für das neue Gesundheitsmagazin ZEIT DOCTOR.

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X