Jörg Kukies sieht Krise als Chance für eine engere europäische Zusammenarbeit

30. Juni 2020

Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, äußerte sich beim Deutschen Wirtschaftsforum digital zum Corona-Schutzschirm der Bundesregierung und der Europäischen Union. Im Gespräch mit dem wirtschaftspolitischen Korrespondent der ZEIT, Mark Schieritz, erklärte er, warum wir uns in Deutschland keine Sorgen um die Verschuldung machen müssten, obwohl der Staat bereits über 60.000 Unternehmen mit Finanzierungshilfen geholfen habe: „Eine Rechnung kommt immer“. Doch würden wir jetzt sparen, so Kukies weiter, „würden wir in eine erheblich tiefere Rezession geraten.“

Weiter äußerte er sich zu dem Wirecard-Skandal: „Der Schaden ist natürlich da, aber es kommt dann auch immer extrem stark darauf an, ob man die richtigen Schlussfolgerungen daraus zieht. Also: Kriegen wir es hin, diesen Schockmoment jetzt zu nutzen, um eine klare Aufsicht über Bilanzierung und Missbrauchsbekämpfung aufzusetzen, ja oder nein? Und, wenn Deutschland das macht, dann denke ich mir auch: Sicher können wir auch das Vertrauen der globalen Kapitalmärkte behalten.“ Aus seiner Sicht müsse die Frage diskutiert werden: „Wem müssen wir welche Autorität geben – zusätzlich zu denen, die es jetzt schon gibt?“

Finanzstaatssekretär Kukies ist trotz der Krise sehr optimistisch, dass Europa wieder auf die Beine kommt. Er plädiert für eine stärkere Entwicklungszusammenarbeit der 27 europäischen Staaten, so zum Beispiel auch beim Green-Deal. „Investitionen, die gleichzeitig einen Beitrag für Klimaschutz leisten, auch parallel als Nebeneffekt Arbeitsplätze sichern oder neu schaffen – das ist das Beste beider Welten und das ist bei vielen der Sachen, die wir diskutieren auch absolut realistisch.“

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