Wem gehört die Wissenschaft?

12. November 2019

Bei der elften ZEIT KONFERENZ Hochschule & Bildung diskutierten Experten über Gegenwart und Zukunft der Wissenschaft in Zeiten von Digitalisierung und Vertrauenskrise.

Gehört die Wissenschaft den Wissenschaftlern, den Drittmittelgebern oder doch der Gesellschaft? Unter dieser Frage nahm Katharina Zweig in ihrer Eröffnungs-Keynote bei der elften ZEIT KONFERENZ Hochschule & Bildung die Gegenwart und Zukunft der Universitäten gleichermaßen in den Blick. Im besonderen Fokus der Informatik- Professorin und Leiterin des Algorithm Accountability Lab an der TU Kaiserslautern: der zunehmende Vertrauensverlust in die Wissenschaft. Die Realität des Klimawandels und Sinn und Sicherheit des Impfens würden immer öfter bezweifelt – und seien doch wissenschaftlich eindeutig belegt. Gründe für den Vertrauensverlust seien vielfältig und finden sich für Zweig auch im Internet und seinen Algorithmen: »Sachliche Inhalte klicken nicht gut im Internet und Algorithmen sind darauf programmiert, unsere Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden.« Diese problematische Mischung spüle sensationalistische Inhalte im Netz nach oben. Durch öfter aufgedeckte Wissenschaftskanäle sei zudem der Glanz der autoritativen Quelle verblasst. Das sei einerseits zu begrüßen, führe andererseits aber zu Verwirrung, da die wenigsten Menschen über den naturwissenschaftlichen Hintergrund verfügen, um die Informationsflut einzuordnen. Zweigs Lösung: Data Literacy, also ein Wissen darüber, wie Daten generiert und analysiert werden, müsse schon in der Schule vermittelt werden, ebenso wie ein tieferes Verständnis für Wissenschaft etwa durch die Integration der Mathematik in den Chemie- und Physikunterricht.

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Die Nachberichterstattung zur ZEIT KONFERENZ Hochschule & Bildung erschien in der ZEIT-Ausgabe vom 7. November 2019.

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